Papierrechner

Papierrechner

Recyclingpapier ist die umweltverträgliche Alternative zu Neufaserpapier. Bezüglich drucktechnischen Eigenschaften sind Recyclingpapiere herkömmlichen Papieren ebenbürtig und punkten auch mit ihren optischen und haptischen Eigenschaften. Dank dem Rohstoff Altpapier sind diese Papiere deutlich ökologischer. Mit Hilfe einer Ökobilanz wird die Umweltbelastung berechnet und in sogenannten Umweltbelastungspunkten (UBP) ausgedrückt. Je grösser die Anzahl UBP, desto grösser ist die Umweltbelastung. Vergleichen Sie selbst!

PS: Aktuell ist nur eine Ökobilanz für grafisches Recyclingpapier öffentlich greifbar. Im Frühling 2019 folgt auf dieser Webseite ein zweiter Papierrechner zum Thema Hygienepapier, also Toilettenpapier, Papierhandtücher und Papiertaschentücher.

Datenbasis

Der Nachhaltigkeitsrechner von Ecopaper basiert auf Daten des ecoinvent-Inventars (econinvent 3.3), wo Daten von real existierenden Papieren hinterlegt sind. Die Umweltbelastung wird anhand der Methode der ökologischen Knappheit (Ökofaktoren 2013) berechnet.

Damit wir unsere Arbeit fortführen und weitere innovative Projekte umsetzen können, sind wir dringend auf Spenden und Unterstützung angewiesen. Vielen Dank für Ihren Beitrag auf das Postkonto 80-31900-3 oder via Ecocrowd.

Mit freundlicher Unterstützung von

Logo iwb
Lotteriefonds Kanton Solothurn
BAFU
Umweltfachstellen
Umwelt Stadt Bern




g/qm

Gesamtumweltbelastung:
Neufaserpapier: UBP

Recyclingpapier: UBP

Info Durch­schnitt­liches Neu­faser­papier Durch­schnitt­liches Recycling­papier Minder­belastung gegen­über Neu­faser­papier Differenz
Info Holz kg kg kg
Holz ist bei Neufaserpapieren weitaus der wichtigste Rohstoff. Für die Herstellung eines Kilogramms Neufaserpapier wird fast die eineinhalbfache Menge an Holz benötigt. Daraus wird Zellstoff gewonnen, der wichtigste Ausgangsstoff für die Papierherstellung.

Datenquelle: ecoinvent 3.3

Info Altpapier kg kg kg
Für die Herstellung von Recyclingpapier wird hauptsächlich Altpapier verwendet. Dieses muss in Wasser aufgelöst, zerfasert und von den Fremdstoffen befreit werden.

Datenquelle: ecoinvent 3.3

Info Energie (gesamt) MJ MJ MJ
Die Papierherstellung ist ein energieintensiver Prozess. Insbesondere die thermischen Prozesse für die Zellstoffherstellung sind mit grossem Energieverbrauch verbunden.Für durchschnittliches Recycling- und Neufaserpapier werden sowohl erneuerbare als auch nicht erneuerbare Energieträger eingesetzt.

Datenquelle: ecoinvent 3.3, Methode Cumulative Energy Demand V1.09

Energie (fossil) MJ MJ MJ
Energie (erneuerbar) MJ MJ MJ
Info Abwasser Liter Liter Liter
Papier kann nur mit dem Einsatz von grossen Mengen an Wasser hergestellt werden, das als verschmutztes Abwasser anfällt und in Kläranlagen aufwendig gereinigt werden muss.

Datenquelle: ecoinvent 3.3

Info CO2-Äquivalente kg kg kg
Bei der Papierherstellung werden zahlreiche Luftschadstoffe emittiert, darunter auch klimaschädigende Gase. Unter dem Begriff «CO2-Äquivalent» werden klimawirksame Gase wie Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) oder Lachgas (N2O) zusammengefasst.

Datenquelle: ecoinvent 3.3

Info Gesamt­umwelt­belastung UBP UBP UBP
Mit Hilfe einer Ökobilanz (Methode der ökologischen Knappheit) können die Papierherstellungsprozesse ökologisch bewertet und damit die Auswirkungen auf die Umwelt beurteilt werden. Die Methode bezieht sich auf die Schweiz und reflektiert die hiesigen politische Ziele und gegenwärtigen Umweltbelastungen. Berücksichtigt sind alle relevanten Prozesse inklusive der Waldnutzung. Je grösser die Anzahl Umweltbelastungspunkte (UBP), desto grösser ist die Umweltbelastung.

Datenquelle: ecoinvent 3.3, Methode der ökologischen Knappheit 2013 inkl. Waldbewertung

Haben Sie es gewusst?

  • Mit den drei Kilowattstunden, die man beim Kauf eines Kilogramms Recyclingpapier gegenüber Neufaserpapier spart, lässt sich so viel Wasser erhitzen, dass man damit 210 Tassen Kaffee kochen kann.
  • Mit der Energie, die für die Herstellung eines einzigen A4-Blatts Neufaserpapier benötigt wird, könnte eine moderne LED-Leuchte (7,5 Watt) über neun Stunden lang leuchten.
  • Die Produktion von zwei Kilogramm Neufaserpapier erzeugt gleich viel Abwasser wie eine durchschnittliche Schweizerin, ein durchschnittlicher Schweizer, pro Tag: 163 Liter.

Sandwichpapier: Ein Kompromiss für Spezialfälle

So berechnen Sie die Umweltbelastung von «Sandwichpapier»: Neben reinen Neufaser- und Recyclingpapieren sind heute auch verschiedene Produkte auf dem Markt, die beispielsweise 30 Prozent Neufasern und 70 Prozent Recyclingfasern enthalten. Möchten Sie die Umweltbelastung eines solchen «Sandwichpapiers» berechnen, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Erfragen Sie beim Anbieter die Anteile Neufasern und Recycling Ihres Papiers.
  2. Bei 30 Prozent Neufasern und 70 Prozent Recyclingfasern: Berechnen Sie die Umweltbelastung von 100 Kilogramm dieses Papiers, indem Sie die Umweltbelastung von 30 Kilogramm Neufaserpapier und die Umweltbelastung von 70 Kilogramm Recyclingpapier addieren.

Keine produktspezifische Ökobilanz

Der Nachhaltigkeitsrechner verzichtet auf Aussagen zu einzelnen Papiermarken, denn:

  • Heute sind enorm viele unterschiedliche Papiere auf dem Markt, laufend tauchen neue Produkte auf. Da die Erstellung einer Ökobilanz sehr arbeits- und kostenintensiv ist, können nicht alle neuen Produkte bilanziert werden.
  • Viele Papiere werden unter verschiedenen Handelsmarken verkauft, zudem können diese Namen rasch ändern.
  • Grosse Papierkonzerne stellen dasselbe Papier in unterschiedlichen Fabriken her. Je nach technischer Ausrüstung (Energieversorgung, Stand der Abwasserreinigung, Distanz zwischen Produktion und Verbrauch) fällt die Umweltbelastung unterschiedlich aus.
  • Der Nachhaltigkeitsrechner zeigt generell auf, wie eindrücklich die ökologischen Unterschiede zwischen Recycling- und Neufaserpapier sind.

Weitere Entscheidungshilfen

Ecopaper bietet weitere Entscheidungshilfen für möglichst ökologische Papiere an:

Darum machen Papiervermeiden und Recyclingpapier Sinn:

  • Jeder fünfte Baum, der weltweit gefällt wird, landet in der Papierherstellung, beim industriell genutzten Holz ist es sogar die Hälfte.
  • Die Schweiz importiert sämtlichen Zellstoff, da sie über keine eigenen Zellstoffwerke verfügt. Der Rohstoff Altpapier ist hingegen lokal erhältlich.
  • Jährlich werden rund 13 Millionen Hektar Wald zerstört, was dreimal der Fläche der Schweiz entspricht.
  • Das Herauslösen der einzelnen Fasern aus dem Holz ist der energie- und wasserintensivste Schritt der Papierherstellung. Liegen die Fasern einmal vor, können sie dank Recycling bis zu sechsmal wiederverwertet werden.
  • Die mehrfache Nutzung der Papierfasern ist ein entscheidender Faktor für den Urwaldschutz: Wird Altpapier wieder zu neuem Papier aufbereitet, verbleibt das Holz im Wald oder steht für andere Nutzung zur Verfügung. Folge: Der Druck auf die Wälder sinkt.
  • Zur Herstellung von einer Tonne Neufaserpapier wird etwa so viel Energie benötigt wie zur Produktion von einer Tonne Stahl.
  • Global liegt der Altpapieranteil erst bei 56 Prozent. Dabei dominiert der Anteil jüngerer Fasern der zweiten, maximal dritten Generation. Es gibt also noch viel Potenzial, um den Einsatz von Altpapier zu steigern.
  • Besonders wichtig ist die Entscheidung für ein Recyclingpapier bei den Hygienepapieren. Denn nach nur einmaliger Nutzung gehen die wertvollen Fasern über die Kanalisation oder den Kehricht verloren.
  • Der Altpapieranteil bei Hygienepapieren liegt heute erst bei 50 Prozent. Eine Ökobilanz zu diesen Papiersorten ist in Arbeit, die Resulatate werden im Frühling 2019 hier aufgeschaltet.
  • Papier ist das bedeutendste Verbrauchsmaterial im Büro und verursacht 60 bis 70 Prozent der Büroabfälle. Der bewusste Umgang ermöglicht Einsparungen bei Beschaffung und Entsorgung. Recyclingpapier kann preislich günstiger sein.
  • Ein umwelt- und sozialverträglichen Umgang mit Papier verbessert das Image.
  • Vorurteile gegenüber Recyclingpapier halten sich hartnäckig. Doch seit etlichen Jahren liefern moderne Recyclingpapiere zuverlässig optimale Funktionalität. Dank sauberer Schnittkanten gibt es auch keine erhöhte Staubentwicklung. Dies bestätigen alle unabhängigen Prüfinstitute.