Kategorie: Aktuelles

Daten zum nachhaltigen Papierkreislauf

Eine neue Dokumentation der bifa Umweltinstitut GmbH stellt eine aktuelle Datenbasis zur Nachhaltigkeit von Papier zusammen. Im Blick stehen die Papierherstellung in Deutschland und das in Deutschland eingesetzte Papier. Nach einer Einführung in den Papier-Altpapier-Kreislauf und die Produktionsdaten der Papierindustrie fokussiert der bifa-Bericht Nr. 70 «Nachhaltiger Papierkreislauf – eine Faktenbasis» auf die Themenfelder Ökobilanzierung, Energieverbrauch, Holzherkunft und Recycling. «Ecopaper» 1-22 wird die Dokumentation ausführlicher vorstellen.

Blauer Engel für Drucksachen

Das Umweltzeichen «Blauer Engel» wird nicht nur für Papier verliehen, sondern auch an Drucksachen. Das Gütesiegel DE-UZ 195 kennzeichnet umwelt- und ressourcenschonend hergestellte Produkte. Die Kriterien liegen nun aktualisiert vor: die Entfernbarkeit der Druckfarben, Lacke und Klebstoffe wurde weiterentwickelt, die Vermeidung von persistenten per- und polyfluorierten Stoffen vorgegeben und die Grenzwerte für leicht flüchtige organische Verbindungen verschärft. In Deutschland stellen 65 deutsche Druckereien Druckerzeugnisse mit dem Blauen Engel her. Die angepassten Kriterien können auch für andere Druckereien Hinweise geben, wie sie ihre Produktion umweltschonender ausrichten. Ein Beispiel sind die Mindestanforderungen an die Deinkbarkeit und Klebstoffentfernung, was zu einer Verbesserung der Rezyklierbarkeit führt.

Mehr Informationen: Umweltbundesamt.de

Bundesverwaltung soll auf Recyclingpapier wechseln

Mitte Oktober publizierte der Bund den neusten Bericht über das Ressourcen- und Umweltmanagementsystem (RUMBA) im Jahr 2020. Erstaunlich ist, dass mit 36 Prozent über ein Drittel der Umweltbelastung der Bundesverwaltung auf den Papierkonsum entfiel. Analysiert man die Zahlen im Detail, wird klar, warum Papier einen dermassen hohen Anteil an der Umweltbelastung der Bundesbehörden einnimmt: Nur 16 Prozent des Papierverbrauchs entfällt auf Recyclingpapier. Dabei streicht der Rumba-Bericht selbst hervor, dass «Frischfaserpapier im Vergleich zu Recyclingpapier eine rund drei Mal höhere Umweltbelastung verursacht». Der Verein Ecopaper, der sich seit über 30 Jahren gegen Papierverschwendung und für einen höheren Einsatz von Recyclingpapier einsetzt, fordert die Bundesverwaltung auf, den Papierverbrauch wo möglich zu senken und für den Rest konsequent auf Recyclingpapier zu setzen.

Grau ist schlau – und hochwertig

Recyclingpapier ist Produkten aus Neufasern ebenbürtig. Warum das so ist und warum es Sinn macht, Recyclingpapier mit einer tiefen Weisse zu bevorzugen, zeigt die neue PapierPodcast-Fokusreihe «Recyclingpapier im Qualitätscheck». Die Podcasts räumen mit Vorurteilen zur Qualität von Recyclingpapier auf und zeigen, warum Papier mit dem Blauen Engel ein modernes Hightechprodukt mit bester Qualität ist. Thema der ersten Folge ist der Weissgrad: Wie weiss ist Recyclingpapier? Welche Rolle spielt Altpapier für Weissgrade von naturweiss bis hochweiss? Was spricht dafür, Recyclingpapiere mit niedrigem Weissgrad einzusetzen?

Hier geht’s zum Podcast

Neuer Kurs «Kirchliches Umweltmanagement Grüner Güggel»

45 Personen haben sich im vergangenen Jahr zu «Kirchlichen Umweltberatenden» ausgebildet. Nun bietet die Fachstelle oeku den Lehrgang erneut für Personen an, die ihre Kirchgemeinde zum Umweltlabel Grüner Güggel führen wollen. Das Umweltzertifikat Grüner Güggel hat sich als gutes Instrument erwiesen, um Kirchgemeinden bei der Umweltarbeit zu unterstützen. Es hilft durch ein standardisiertes Vorgehen bei der Erarbeitung eines Umweltmanagementsystems (UMS). Und es erleichtert die Umwelt-Kommunikation der Kirchgemeinde nach innen und nach aussen. Im neuen Kurs, der im Oktober 2021 beginnt, besuchen die Teilnehmenden sechs zertifizierte Kirchgemeinden in der ganzen Deutschschweiz.

Infos und Anmeldung: www.oeku.ch

Neuer «Ratgeber Papier – Wald und Klima schützen»

Trotz Digitalisierung verbrauchen wir viel Papier. Gerade im Hygiene- und Verpackungsbereich nimmt der Konsum stark zu. Der neue «Ratgeber Papier – Wald und Klima schützen» des Vereins Ecopaper zeigt auf, wie Private und Firmen ihren Umgang mit Papier nachhaltiger gestalten können.

Die zwei Botschaften des Ratgebers lauten: Wo es möglich ist, soll der Papierverbrauch reduziert werden, sei dies durch digitales Arbeiten, doppelseitiges Ausdrucken oder den Verzicht auf unerwünschte Werbung. Wer Papier kauft, soll konsequent auf solches aus Recyclingfasern setzen. Damit schützt man die weltweiten Wälder und das Klima. Hier geht’s zum Ratgeber.

Bezug: Die deutsche Ausgabe ist gedruckt kostenlos erhältlich bei: Ecopaper, Postfach 817, 3000 Bern 8, info@ecopaper.ch, T 031 313 34 50

Darüber hinaus ist die Publikation unter ecopaper.ch in allen drei Landessprachen digital verfügbar.

Deklarationsverstoss – doch IKEA bleibt verschont

Trotz wiederholter Verstösse gegen die gesetzliche Holzdeklarationspflicht bleibt das schwedische Möbelunternehmen IKEA erneut straffrei. Als Grund für die Verfahrenseinstellung verweist das Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) auf die von IKEA eingeleiteten Massnahmen zur Wiederherstellung von Transparenz in der Holzdeklaration. Für Lukas Straumann, Geschäftsführer des Bruno Manser Fonds, ist der Entscheid unbegreiflich. Denn IKEA habe die Deklarationspflicht wiederholt missachtet, um Kosten zu sparen und lediglich versprochen, sich in Zukunft an die Gesetze zu halten. Es sei für ihn befremdlich, dass dieses Verhalten nicht mit der gesetzlich vorgesehenen Busse geahndet werde. Der Bruno Manser Fonds fordert mehr Transparenz im Holzhandel und einen Verkaufsstopp für Holzprodukte aus nicht nachhaltiger und illegaler Produktion.

Holz: Zwei Drittel deklarieren falsch

In seinem Bericht 2020 zur Holzdeklarationspflicht präsentiert das Eidgenössische Büro für Konsumentenfragen (BFK) ein schlechtes Ergebnis: Nur knapp ein Drittel der 120 kontrollierten Unternehmen haben das Holz korrekt deklariert. Ein weiteres Drittel ist seiner Pflicht zumindest mehrheitlich korrekt nachgekommen. Der Rest der kontrollierten Unternehmen hat laut den Ergebnissen des BFK nicht ein einziges ihrer Produkte vollständig und korrekt deklariert. Gegen zwei von ihnen wurde ein verwaltungsstrafrechtliches Verfahren wegen Verletzung der Holzdeklarationspflicht eröffnet – das ist eine Premiere. Die Strafverfahren sind noch im Gang.

Holzhandelsverordnung: Neue Pflichten für Handel

Der Bundesrat hat das revidierte Umweltschutzgesetz zum Verbot des Handels von illegal geschlagenem Holz und den daraus gefertigten Produkten auf den 1. Januar 2022 in Kraft gesetzt, ebenso die Holzhandelsverordnung (HHV). Mit der HHV schafft die Schweiz eine gleichwertige Regelung zu derjenigen in der Europäischen Union (EU; EUTR 995/2010). Kern der Verordnung ist eine neue Sorgfaltspflicht für jene, die Holz und Holzerzeugnisse erstmals in Verkehr bringen: Sie müssen nachweisen können, dass sie Risiken im Zusammenhang mit der Illegalität systematisch bewertet und, wo vorhanden, auf ein vernachlässigbares Mass reduziert haben. Händler müssen die Rückverfolgbarkeit der Produkte sicherstellen. Ziel ist es, dass kein Holz und keine Holzerzeugnisse in Verkehr gebracht werden, die illegal geschlagen oder gehandelt wurden.

Podcasts zu Recyclingpapier

Papier gehört zu den wichtigsten Erfindungen der Menschheit. Doch welche Relevanz hat Papier noch im Zeitalter der Digitalisierung? Wie entwickelt sich der Papierverbrauch? Was bedeutet ein nachhaltiger Umgang mit Papier? Diesen und weiteren Fragen geht der PapierPodcast nach. Mit Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft diskutiert die deutsche Initiative Pro Recyclingpapier(IPR) aktuelle Entwicklungen und zeigt Perspektiven auf, die für die Verwendung von Papier zukünftig relevant sind. Der PapierPodcast ist auf Spotify, Apple Podcasts, Soundcloud, Google Podcasts und Deezer verfügbar.

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