Autor: ecopaper

Greenpeace verlässt FSC

Greenpeace International beendet nach 25 Jahren seine Mitgliedschaft beim Waldzertifizierungssystem Forest Stewardship Council (FSC). FSC sei es bisher nicht gelungen, «den bestmöglichen Schutz der Wälder für Menschen, Biodiversität und Klima zu garantieren», fasst Greenpeace-Waldexperte Christoph Thies die Gründe zusammen. Greenpeace könne nicht mehr mit seinem Namen für alles stehen, was FSC mache. Insbesondere gehe es um den – auch noch so geringen – Anteil FSC-Holz aus industriellem Urwaldeinschlag. Trotzdem gehe man nicht als Gegner und werde auch in Zukunft die Kooperation mit FSC suchen, so Thies: «Für Holz- und Papierprodukte aus Sekundärwäldern ist das FSC-Siegel international immer noch das Beste, was zur Verfügung steht.»

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Weltweite Waldzerstörung nimmt zu

Die massive globale Waldzerstörung ist eine grosse Bedrohung für die Artenvielfalt, den Klimaschutz und die Menschheit. Darauf macht der WWF in seinem aktuellen Waldbericht «Die schwindenden Wälder der Welt» aufmerksam. Laut dem Report ist seit 1990 58 Mal die Fläche der Schweiz an Naturwald verloren gegangen. Der WWF betont, dass auch hierzulande noch viel zu tun sei: So müsse beispielsweise die Europäische Holzhandelsverordnung, die den Import illegalen Holzes in die EU verhindern soll, auch in der Schweiz endlich eingeführt werden. Ergänzend dazu soll bei uns die bewährte Deklarationspflicht für Holz und Holzprodukte aufrecht erhalten bleiben. Denn diese bietet die notwendige Grundlage für den informierten Kaufentscheid von Holz und Holzprodukten.

wwf.ch/waldbericht

Holzdeklaration mit vielen Mängeln

Die Holzdeklaration wird schlecht eingehalten, wie das Eidgenössische Büro für Konsumentenfragen (BFK) Anfang 2018 mitgeteilt hat. Wie schon 2016 wurde auch 2017 der Kontrollfokus auf Unternehmen gelegt, die ihre Ware nicht richtig deklarierten. Von 120 Kontrollen waren nur ein Sechstel richtig gekennzeichnet. Nun erwartet das BFK, dass Unternehmen, welche die Anforderungen der Deklaration nicht richtig eingehalten haben, nach geeigneten Massnahmen zu Besserung suchen. Den Firmen wurden Fristen gesetzt, in denen sie die korrekte Umsetzung der Deklaration sicherstellen müssen.

 

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«Blauer Engel» für Einwegwindeln

Allein in Deutschland werden täglich etwa zehn Millionen Einwegwindeln weggeworfen. Jährlich fallen in Deutschland 154’680 Tonnen Windelabfall an. Erstmals zeichnet nun die deutsche Jury Umweltzeichen Einwegwindeln mit dem Label «Blauer Engel» aus. Die Kriterien für den «Blauen Engel» besagen unter anderem, dass der Zellstoff nur aus ausschliesslich nachweislich nachhaltig wirtschaftenden Betrieben stammen darf. Zudem gelten strenge Anforderungen für alle in der Windel enthaltenen Materialien.

Weitere Informationen unter:

www.umweltbundesamt.de/themen/umweltzeichen-blauer-engel-neue-kriterien-fuer

Tagung zu nachhaltiger Beschaffung

Für 40 Milliarden Franken beschaffen Bund, Kantone und Gemeinden jährlich Güter und Dienstleistungen. Wird dieser Bedarf verstärkt nach nachhaltigen Kriterien eingekauft, fördert dies die Innovation. Die öffentliche Hand kommt damit auch ihrer Vorbildfunktion nach. Eine Fachtagung am 19. Januar 2018 von PUSCH zeigt, wie eine nachhaltige Beschaffung im Rahmen des geltenden Vergaberechts und unter Wahrung des Wirtschaftlichkeitsprinzips funktionieren kann.

www.pusch.ch

Netzwerken für nachhaltige Beschaffung

Der Verein Ecopaper hat mit einem Informationsstand Ende November 2017 an der Veranstaltung «öffentliche Beschaffung» in Bern teilgenommen. Das Netzwerktreffen wurde vom Kompetenzverbund für die lokale Nachhaltige Entwicklung des Kantons Bern organisiert und hat gezeigt, wie wichtig der Informationsaustausch im Bereich nachhaltige Beschaffung ist.

Dussnang wird urwaldfreundlich!

Als vierte Kirchgemeinde hat die katholische Kirchgemeinde Dussnang ihren Beitritt zur Aktion urwaldfreundlich beschlossen. Ecopaper gratuliert der umweltbewegten Kirchgemeinde und freut sich, dass die Idee von urwaldfreundlich.ch im Kanton Thurgau weiter Verbreitung findet.

Importstopp für Raubholz

Seit 2012 kennt die Schweiz eine Deklarationspflicht für importiertes Holz, allerdings kein Handelsverbot für Holz aus illegalen Quellen. Was Grüne schon länger forderten, wird nun von SVP-Kreisen postuliert: Die Schweiz soll analog der Holzhandelsverordnung der EU (EUTR) den Import von Holz aus illegalem Einschlag untersagen. Denn nur damit sei sichergestellt, dass die Schweizer Holzindustrie wieder ohne Handelshemmnisse in die EU exportieren kann. Allerdings gibt es es dennoch Schlupflöcher, wie ein Beitrag in der Ausgabe 3-17 von «Ecopaper» zeigt: Der Freihandelsvertrag, der kurz vor der Unterzeichnung steht, würde den Import von Holz und Holzprodukten erlauben – obwohl Japan der weltgrösste Umschlagplatz von Holz ist und kein vergleichbares Abkommen wie das EUTR unterzeichnet hat.

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Lehrgang «Grüner Güggel»

Der zweite Lehrgang für kirchliche Umweltberaterinnen und Umweltberater startet im Oktober. In einer Gruppe von zehn bis zwölf Personen lernen die Teilnehmenden das Label Grüner Güggel kennen.

Information: www.oeku.ch

 

 

 

 

 

 

Grillen ohne Tropenholz

Nicht nur in Möbeln, Bauteilen und Papier findet sich Tropenholz, sondern auch in Holzkohle. Im Mai 2017 hatte die Zeitschrift «Saldo» zwölf Grillkohlen- und Brikett-Produkte untersucht – in neun von ihnen war die verwendete Holzart falsch deklariert worden. Nun liess das Eidgenössische Büro für Konsumentenfragen vier weitere Produkte testen – gleich drei davon (Favorit Grill von Hornbach, Kingstone Grill-Holzkohle von Adlershop.ch und Flammenco Grillholzkohle von Obi) enthalten wahrscheinlich Tropenholz. Ecopaper empfiehlt, nur FSC-Holzkohle zu kaufen.

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