Autor: ecopaper

Pestizide auch im FSC-Wald

Im Schweizer Wald wurden 2018 rund 700 Kilogramm hochtoxische Insektizide auf gefällte Stämme gespritzt. Dies zeigen Recherchen der Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU). Erstaunlicherweise erlaubt auch das Holzlabel FSC Schweiz den Einsatz der hochgiftigen Cypermethrin-Insektenmittel. Würde das Holz «entrindet oder permanent abgeführt, dann wäre der Einsatz von Cypermethrin nicht notwendig», erklärt Hubertus Schmidtke, Geschäftsführer des Vereins FSC Schweiz auf Anfrage der AefU. Ab diesem Sommer will FSC Schweiz Cypermethrin möglicherweise nicht mehr akzeptieren. Das stünde dem Label gut an. Die AefU fordern ein generelles Verbot der Giftkeule im Wald.

Ecopaper: Jahresbericht 2018 ist online

An der Mitgliederversammlung vom 20. März 2019 verabschiedeten die Mitglieder unter anderem den Jahresbericht und die Jahresrechnung 2018. Zudem wählte die Versammlung André Keller neu in den Vorstand von Ecopaper. Fürs laufende Jahr stehen verschiedene Projekte an, so ein Ökorechner für Hygienepapier und die Neuauflage des Ratgebers «Papier – Wald und Klima schützen».

Hier geht’s zum Jahresbericht.

 

Ernst Bonda ist tot

Der Erfinder des Original-Umweltschutzpapiers, des Vorläufers des heutigen Recyclingpapiers, ist nicht mehr: Am 25. Februar 2019 verschied Ernst Bonda in seinem 97. Altersjahr. Zeit seines Lebens engagierte sich der St.Galler für die Kreislaufwirtschaft und nahm dieses Anliegen auch in seinem künstlerischen Schaffen auf, dem er sich mit zunehmendem Alter verschrieb. Dem Verein Ecopaper und der Vorläuferorganisation FUPS war er immer eng verbunden. Eine ausführliche Würdigung von Ernst Bonda erscheint in «Ecopaper» 1-2019.

Bex ist neu urwaldfreundlich

Die Gemeinde Bex im Kanton Waadtland ist neu der Aktion urwaldfreundlich beigetreten und verpflichtet sich damit, die Vorgaben bezüglich Beschaffung von Papier und Holz zu erfüllen. Ecopaper freut sich über den Entscheid und heisst die Gemeinde mit ihren knapp 8000 Bewohnerinnen und Bewohnern herzlich willkommen.

Möbel nachhaltig beschaffen

Die Anfordrungen an Büromöbel steigen stetig. Im Fokus stehen Qualität, Gesundheit, Sicherheit sowie eine ökologische Herstellung, Nutzung und Entsorgung. Die Vielfalt der verwendeten Materialien wie Holz, Metall, Kunststoff und Textilien fordert die Beschaffungsstellen besonders. Das Erfa-Atelier der Interessengemeinschaft ökologische Beschaffung (IGBÖ) bietet Verantwortlichen fachliche Inputs, Raum für die Diskussion der rechtlichen Möglichkeiten und den Austausch von Erfahrungen beim Beschaffen von Büro- und Schulmöbeln aus nachhaltiger Sicht.

Mehr Infos finden Sie hier.

 

Ecopaper präsentiert Papierrechner

Ein neues Online-Tool von Ecopaper macht es jetzt noch einfacher, mit guten Gründen für den Wechsel auf Recyclingpapier zu werben. Der Nachhaltigkeitsrechner von Ecopaper basiert auf den aktuellsten verfügbaren Zahlen, jenen des ecoinvent-Inventars (econinvent 3.3), wo Daten von real existierenden Papieren hinterlegt sind. Ob der Verbrauch von Holz, Energie oder Wasser, immer schneidet Recyclingpapier besser ab als Neufaserpapier. Der Nachhaltigkeitsrechner fasst die Umweltbelastung in einem Punktesystem zusammen, das in der Schweiz bei der Kommunikation von Ökobilanzen seit Jahren gut eingeführt ist, die sogenannten Umweltbelastungspunkte (UBP). Diese aggregierte Form zeigt, dass die Produktion von einem Pack Standard-Büropapier mit 500 Blatt aus Neufasern 9051 UBP verursacht. Wählt man stattdessen Recyclingpapier, sind es bloss 2926 UBP – eine Umweltbelastung von nur einem Drittel. Die Ergebnisse werden anhand von ansprechenden Diagrammen dargestellt.

www.papierrechner.ch

Mekong-Wald gefährdet

Weniger als zwei Drittel der ursprünglichen Wälder in den Greater Mekong-Ländern sind noch da. In einem kürzlich veröffentlichten Bericht zeigt sich der WWF alarmiert und fordert zum sofortigen Handeln auf. Denn ein gesamtes Ökosystem und damit die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen ist durch die Abholzung der Wälder gefährdet. Derzeit gefährden die landwirtschaftliche Expansion, Kautschukplantagen, legaler und illegaler Holzeinschlag und der Bau von Strassen, Staudämmen und anderen Infrastrukturanlagen die Wälder. Das Ergebnis ist eine krasse Verringerung der Artenvielfalt und zerstörte Lebensräume für Mensch, Tier und Pflanzen. In den letzten 20 Jahren wurden in den Mekong-Wäldern über 2200 neue Arten von Wirbeltieren und Pflanzen entdeckt.

Hier geht’s zum Bericht

Nachhaltig bauen mit Holz

Die Koordinationskonferenz der Bau- und Liegenschaftsorgane der öffentlichen Bauherren (KBOB) führt gemeinsam mit Lignum Holzwirtschaft Schweiz an verschiedenen Orten das Praxisseminar «Nachhaltig Bauen mit Holz» durch. Die KursteilnehmerInnen erfahren, was architektonisch, technisch und rechtlich mit Holz alles möglich ist. Zudem lernen sie praxisbezogene Hilfsmittel, Leitfäden und Tools kennen, die sie bei ihrer Arbeit unterstützen.

Nächste Veranstaltungen:

13. Juni, Eiken

21. Juni, Gossau

5. Juli, Ostermundigen

Mehr Infos unter: www.kbob.ch

Faktenblätter für Wertstoffsammlung

Die Faktenblätter von Swiss Recycling geben Antworten auf Fragen rund um die Wertstoffsammlung und das Recycling. Wesentliche Themen der Separatsammlung werden erklärt und erläutert. Zwei Dutzend Blätter enthalten Informationen zu spezifischen Fraktionen sowie zu allgemeinen Themen wie Kreislaufwirtschaft, Zero Waste oder das öffentliche Beschaffungswesen.

Hier geht’s zu den Faktenblättern

 

Greenpeace verlässt FSC

Greenpeace International beendet nach 25 Jahren seine Mitgliedschaft beim Waldzertifizierungssystem Forest Stewardship Council (FSC). FSC sei es bisher nicht gelungen, «den bestmöglichen Schutz der Wälder für Menschen, Biodiversität und Klima zu garantieren», fasst Greenpeace-Waldexperte Christoph Thies die Gründe zusammen. Greenpeace könne nicht mehr mit seinem Namen für alles stehen, was FSC mache. Insbesondere gehe es um den – auch noch so geringen – Anteil FSC-Holz aus industriellem Urwaldeinschlag. Trotzdem gehe man nicht als Gegner und werde auch in Zukunft die Kooperation mit FSC suchen, so Thies: «Für Holz- und Papierprodukte aus Sekundärwäldern ist das FSC-Siegel international immer noch das Beste, was zur Verfügung steht.»

Hier geht’s zum Artikel.